Lesung

Montag, 30. November -0001, 0.00 Uhr

  • Klaus Funke liest aus seinem im September 2018 erschienen Roman „Franzi“
  • und aus dem Erzählungband „Die Poeten“

Franzi ist eine rätselhafte junge Frau. Niemand weiß so recht, wo sie herkommt, was ihr Leben bisher ausgemacht hat. Auch ihr neuvermählter Ehemann kommt ihr nicht näher. Klar ist, es gibt eine dunkle Seite in ihrem Leben. Will sie sich rächen für sexuellen Missbrauch in ihrer Kindheit? Hat sie gar einen oder mehrere Morde begangen? Woher kommt ihre Kleptomanie? War sie früher einmal eine Prostituierte? Ihre Mutter liebt sie beinahe abgöttisch, verzeiht ihr alles. Franzi ist eine schöne, verführerische und intelligente Frau. Sie kann sich vor Anbetern kaum retten. Als Ihr Ehemann verunglückt und ins Krankenhaus kommt, könnte das für Franzi eine Wende bedeuten. Wird sie den richtigen Weg finden oder im letzten Moment alles in Frage stellen?
"Franzi" ist ein Psychothriller, wie er raffinierter kaum ersonnen werden kann, spannend bis zur letzten Zeile.

Die Poeten: Ganz im ironischen Kontext seiner Novelle Kammermusik, legt Funke hier zwei Erzählungen vor, die die Tragik und Komik des Literaturgewerbes vergnüglich aufzeigen. Er scheut sich dabei nicht, die Sprachtonart Thomas Bernhardts aufzugreifen. Wie Bernhardt liebt Funke das scharfe Schwert der Ironie, um das Absurde der Literaturbranche zu beleuchten. In der ersten Erzählung geht es um einen Literaten, der über der Dichtkunst und den Dichtern den Verstand verliert. Im zweiten Text wird gezeigt, wie Verlage nach Gutsherrenart über die Dichter herrschen, wie Bestsellerautoren gemacht werden und wie überholt und moralisch verkommen eine ganze Branche erscheint. Ein Lesevergnügen ersten Ranges.

Klaus Funke, geboren 1947, studierte nach seinem Abitur im Jahr 1965 Agrarwissenschaften. Obwohl er schon früh mit dem Schreiben begann, veröffentlichte er seine ersten Texte erst im Alter von 55 Jahren. Seitdem entstanden zahlreiche Romane, Erzählungen und Novellen. Als freiberuflicher Schriftsteller verfasst Funke aber ebenso Rezensionen, Feuilleton- und Theatertexte. 2006 erhielt er das Literaturstipendium des Freistaates Sachsens.
Klaus Funke lebt heute in seiner Heimatstadt Dresden, ist verheiratet und hat zwei Töchter.

Lesenacht

Donnerstag, 2. August 2018, 19.00 Uhr, Buchhandlung LeseZeichn

  • feste lesen
  • Eine Lesenacht zum 20jähigen Bestehen der Buchhandlung LeseZeichen und 10jährigen Bestehen des Literaturforum Dresden e.V.

Mit Uwe Kolbe, Jens Wonneberger, Klaus Funke, Dieter Krause, Volker Sielaff, Marit Heuß, Undine Materni, Kerstin Becker, Ralf Günther, Patrick Wilden, Patrick Beck und Kerstin Polzin


Das Literaturforum Dresden e.V. ist ein gemeinnütziger Verein mit dem Zweck, zeitgenössische, qualitätsvolle Literatur zu fördern. Darüber hinaus veranstaltet das Literaturforum literarische Werkstätten und Kolloquien für Mitglieder und Interessierte.
Gegründet wurde das Literaturforum Dresden im Herbst 2008 von Thuon Burtevitz, Dieter Krause, Erich Sobeslavsky, Jörg Scholz-Nollau, Patrick Wilden, Patrick Beck, Ralf Günther und Volker Sielaff.


"Literarische Alphabete" ist eine Lesereihe des Literaturforum Dresden e.V. in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Hygienemuseum Dresden und den Museen der Stadt Dresden. Der Titel der Reihe ist Programm: es gibt viele Stimmen, viele Alphabete. In moderierten Lesungen mit Gespräch wird das Publikum Gelegenheit haben, einige der eigenwilligsten und qualitätvollsten Autoren der neueren deutschsprachigen und internationalen Literatur zu hören und zu erleben. Die Reihe wird gefördert von der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen, der und der Landeshauptstadt Dresden, Amt für Kultur und Denkmalschutz.

Jubiäumsseite der Buchhandlung: 20 Jahre Buchhandlung LeseZeichen 1998 - 2018

Ausstellung

2. August 2018 - 20. Oktober 2018

  • Dirk Skiba: Autorenfotos

"Die Lyrik ist das spannendste Feld der Gegenwartsliteratur: Nirgendwo sonst wird mit so hohen Einsätzen gespielt – und nirgendwo sonst fallen Leben und Schreiben so häufig in eins. »Das Gedicht & sein Double« gibt dem Genre ein Gesicht. Oder besser: 100 Gesichter. Seit mehr als fünf Jahren porträtiert der Fotograf Dirk Skiba Dichterinnen und Dichter. Die Lauten und die Flüsterer, die Jungen und die nicht mehr ganz Jungen, die Etablierten und die noch Unbekannten.
So entstand eine Sammlung, die ihresgleichen sucht: vielstimmig, lebendig und widersprüchlich wie die Szene selbst. Und da ein Porträt nie die Wahrheit zeigt, ist jedem Foto ein lyrisches Selbstporträt zur Seite gestellt, welches das Bild kommentiert, ergänzt oder ihm widerspricht – in einer unendlichen Suchbewegung zwischen Eigen- und Fremdwahrnehmung."
(Verlagsinformation der Edition Azur zum 2018 erscheinenden Bildband des Fotografen)


Dirk Skiba ist autodidaktischer Fotograf mit den Schwerpunkten Autorenportraits und Reisefotografie.

Biografisches: Studium der Sinologie, Germanistik und des Deutschen als Fremdsprache in Berlin, seit 1999 Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Auslandsgermanistik/Deutsch als Fremd- und Zweitsprache der Friedrich-Schiller-Universität Jena, Promotion 2008 mit einer Arbeit über Argumentationsmuster in Texten chinesischer Deutschlerner, Arbeitsgebiete u.a. Kulturwissenschaft, Gegenwartsliteratur und Literaturdidaktik. Vorstandsmitglied des Vereins JenDaF, Mitglied des Vereins Lesezeichen (Jena).

... zum Buch

Dirk Skiba: Das Gedicht & sein Double

Edition Azur 2018
ISBN 978-3-942375-36-8 | € 34.00

Lesung zur Ausstellung

Donnerstag, 3. Mai 2018, 20.00 Uhr

  • Hanif Lehmann: "Kostnice - ein Haus in Sedlec - Bericht eines Besuchers“

Die Lesung zur aktuellen Ausstellung in der Buchhandlung:
Hanif Lehmann liest aus seinen Büchern (u.a.: Kostnice - ein Haus in Sedlec - Bericht eines Besuchers) und spricht über diese und über das Bücher"machen".

Hanif Lehmann (1971), Studium an der HfBK Dresden: 1989 bis 1990 Abendstudium bei Hans Kutschke, 1992 bis 1998 Studium der Malerei und Grafik, Grundstudium bei Siegfried Klotz und Wolfram Hänsch, Fachstudium bei Claus Weidensdorfer und Ralf Kerbach. Typographische Grundlagen und Buchgestaltung bei Professor Horst Schuster.
1994 erstes Grafikbuch, 1996 erstes Grafikbuch im eigenen Verlag widukind-presse Dresden, nach 1998 freischaffend

Ausstellung vom 3. Februar bis 28. Juli 2018:
20 Jahre Widukindpresse - Arbeiten auf Papier von Hanif Lehmann

Lesung

Freitag, 13. April 2018, 20.00 Uhr

  • „Über die Dummheit der Stunde“
  • Olga Martynova (Frankfurt a. Main) liest aus ihrem neuen Essay-Band

Pünktlich zur Leipziger Buchmesse 2018 hat Olga Martynova ihren Essayband „Über die Dummheit der Stunde“ vorgelegt. Mit ihren Romanen „Sogar Papageien überleben uns“, „Mörikes Schlüsselbein“ und „Der Engelherd“ hat sich Olga Martynova bereits fest in die deutsche Literatur eingeschrieben und diese forciert. Ihre Essays verstärken dieses Gewicht. Nach Lektüre dieser vier auf deutsch verfassten Bücher wäre es äußerst ignorant, in Olga Martynova vor allem eine russische Autorin zu sehen. Dies verbietet sich geradezu, weil das, was sie uns als deutsche Autorin zu sagen hat, von solcher Prägnanz ist, dass die Vergabe des Ingeborg-Bachmann-Preises (2012) und des Berliner Literaturpreises (2015) als längst überfällige Würdigungen erscheinen mussten. 2016 hatte sie die Heiner-Müller-Gastprofessur für deutschsprachige Poetik an der Freien Universität Berlin inne.

Ihre Essays zeichnen sich durch eine offene und mutige Sprache aus. „Unter vielen Begabten gibt es wenige, die der Dummheit der Stunde nicht hinterherlaufen. Es geht um die Freiheit und die Frechheit, die allgemeingültigen Vorstellungen und Forderungen nicht zu berücksichtigen.“ Vor allem im Gedicht und im Essay sei äußerste Wachsamkeit geboten. Ausgehend von Gottfried Benns Rede „Probleme der Lyrik“ (Zitat: „Hinter einem modernen Gedicht stehen die Probleme der Zeit, der Kunst, der inneren Grundlagen unserer Existenz weit gedrängter und radikaler als hinter einem Roman.“) paraphrasiert Martynova ihre Argumentation im Kontext „Probleme der Essayistik“: „Beachten Sie, wie oft in einem Essay Wörter vorkommen, die zusätzlich zu ihrer direkten Bedeutung eine emotionale Ladung haben. Rot, Geflüchtete, die Vorsilbe post-, Europa mit der Abwandlung europäisch, braun, grün, orangefarben, Integration, politisch – hiermit glaubt der Autor vermutlich besonders aktuell und tiefsinnig zu wirken, übersieht aber, dass diese Vokabeln ja reine Wortklischees sind. ... Wörter sind einerseits ein Transportmittel für Gedanken. Andererseits besteht immer die Gefahr, dass sie die Gedanken parasitisch ersetzen, statt sie zu transportieren. Das bedeutet, dass anstelle von Gedanken automatisch gesteuerte Transportmittel ohne Passagiere erscheinen oder verlassene Insektenpuppen, die nicht ohne Charme, aber leer sind.“ (Axel Helbig)

Eintritt frei

... zum Buch

Olga Martynova: Über die Dummheit der Stunde

S. Fischer 2018
ISBN 978-3-10-002433-6 | € 22.00

Ausstellung

3. Februar 2018 - 28. Juli 2018

  • 20 Jahre widukind-presse Dresden

In der Buchhandlung LeseZeichen werden Seiten mit Text und Radierungen aus Pressendrucken gezeigt.
Im Mittelpunkt steht dabei das noch im Druck befindliche Buch des Künstlers und Inhabers der widukind-presse Hanif Lehmann "Kostnice - ein Haus in Sedlec - Bericht eines Besuchers - Texte und Radierungen" (Kostnice - tschechisch für Beinhaus).


Hanif Lehmann (geboren 1971 in Rochlitz)

Studium an der HfBK Dresden: 1989 bis 1990 Abendstudium bei Hans Kutschke, 1992 bis 1998 Studium der Malerei und Grafik, Grundstudium bei Siegfried Klotz und Wolfram Hänsch, Fachstudium bei Claus Weidensdorfer und Ralf Kerbach. Typographische Grundlagen und Buchgestaltung bei Professor Horst Schuster.
1994 erstes Grafikbuch, 1996 erstes Grafikbuch im eigenen Verlag widukind-presse Dresden, nach 1998 freischaffend.

Ausstellungen und Beteiligungen u.a in Sachsen, Hessen, Bayern, Nordrhein-Westfalen, Böhmen, Schweiz, UK, Holland und Spanien.

Arbeiten befinden sich u.a. in der Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel, im Museum Meermanno (Den Haag), im Deutschen Literaturarchiv Marbach, im Germanischen Nationalmuseum Nürnberg (Bibliothek), in der Trakl-Gedenkstätte Salzburg, in der Schweizerischen Nationalbibliothek Bern, der Anna-Amalia-Bibliothek in Weimar und in der SLUB Dresden.
Aufenthaltsstipendien in Salzburg und auf Usedom (Niemeyer-Holstein-Stipendium) und darüber hinaus regelmäßige Teilnahme an Symposien, zuletzt am Druckgrafik-Symposium 2010 in Reichenbach und 2009 in Decin (Tschechische Republik).

Buchpremiere

Donnerstag, 15. Februar 2018, 20.00 Uhr

  • Eckehard Mayer: Der Spaziergang / Nach Rosmersholm. Zwei Erzählungen

Musikalische Begleitung auf der Violine: Florian Mayer

Zwei Männer mit Vergangenheiten als Künstler. Zwei, die kreativ geblieben sind, auch und erst recht jetzt im Alter. Reinfried Pedersen und Edwin Laurentius Krossmann haben sich ihre seismografischen Betrachtungsweisen zur Weltaneignung bewahrt. Sie sind Flaneure, die sich ihre Gedanken machen. Sie können nicht anders, als sich das Gesehene und Erlebte über die Parallelwelten und Echoräume der Kunst greifbar und begreiflich zu machen. So erinnern sie sich an ihre Leben als Geiger und als Komponist. Jetzt, wo es spät ist in ihren Leben, wagen sie noch einmal den Neu anfang. Diese atmosphärisch dichten und poetischen Erzählungen handeln von Aufbrüchen ins Ungewisse, von Trennungen und Plänen, vom Suchen und vom Ankommen und vor allem davon, wie zwei mit ihren Biografien im Rucksack zu Neuem unterwegs sind.

Eckehard Mayer, geboren 1946 in Hainsberg (heute Freital), ist Komponist, Dirigent und Pianist. Seit 2002 ist er auch schriftstellerisch tätig. Eckehard Mayer lebt und arbeitet in Dresden.

Florian Mayer, geboren 1974, studierte bis zur Meisterklasse klassische Violine in Dresden,
entschied sich aber gegen die Orchesterlaufbahn, um als freier Musiker zu arbeiten.
Neben der Klassik beschäftigt er sich intensiv u.a. mit Jazz, Weltmusik und der freien Improvisation. Er war 1997-2005 Mitglied der Dresdner Sinfoniker und legt auch solistisch den Schwerpunkt auf Unkonventionelles und Neues.

... zum Buch

Eckehard Mayer: Der Spaziergang / Nach Rosmersholm

Stekovics 2017
ISBN 978-3-89923-387-2 | € 14.80