Lesenacht

Samstag, 13. Juli 2019, 19.30 Uhr, LeseGarten der Buchhandlung LeseZeichen

  • Ulme, Olm und Ode
  • Sommerlesenacht des Literatuforum Dresden e.V.

Die entspannte Sommer-Lesenacht im Garten der Buchhandlung LeseZeichen, Prießnitzstraße 56, Dresden-Neustadt: der Leseabend unter dem Walnußbaum an der rauschenden Prießnitz mit berauschenden Versen und Geschichten ist längst Kult.

Autoren des Literaturforums und ihre Gäste stellen ihre neuesten Texte vor. Diesmal: Manuela Bibrach, Kerstin Becker, Anne Seidel, Frank Norten, Patrick Beck, Volker Sielaff, Patrick Wilden und Michael G. Fritz.

Der Eintritt ist frei.

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Mittwoch, 12. Juni 2019, 19.30 Uhr, Stadtmuseum Dresden

  • Literarische Alphabete
  • Thilo Krause: „Was wir reden, wenn es gewittert“

Der Huchelpreisträger Thilo Krause zu Gast bei den „Literarischen Alphabeten“:

Seine Gedichte sind Wahrnehmung und Konzentration, ein Meditieren beim Tun: beim Kochen, Spazieren oder Reisen. Bei aller Einfachheit der Worte sind Klang, Rhythmen und Bilder das, was aus der Beobachtung ein Gedicht macht: „Draußen blitzt es. / Drinnen hält sich träge der Sommer. / Dosen, Flaschen, Müll glimmen im Farn“. Mit dem in der Schweiz lebenden Thilo Krause ist eine besondere Stimme für die deutschsprachige Literatur zu entdecken. (Text: Verlag)

Literaturforum Dresden e.V. in Kooperation mit den Museen der Stadt Dresden.

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Thilo Krause: Was wir reden, wenn es gewittert

Hanser 2018
ISBN 978-3-446-25816-7 | € 18.00

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Freitag, 24. Mai 2019, 19.30 Uhr, Stadtmuseum Dresden

  • Literarische Alphabete
  • Mit dem Schweizer Autor Jérôme Meizoz und der Übersetzerin Corinna Popp

„Der Junge“, die namenlose Hauptfigur im Roman „Den Jungen machen“ der Schweizers Autors Jérôme Meizoz, kann die Männlichkeitserwartungen seiner Lebenswelt nicht erfüllen. „Der Junge hat nie verstanden, um was es bei dieser Männlichkeit ging, von der seine Klassenkameraden wie besessen waren.“„Du bist kein richtiger Mann“, hört er immer wieder. Der Junge ringt mit sich, versucht, sich selbst einen Platz im Leben zu schaffen. Es gelingt ihm, sich selbst zu erziehen. Er richtet eine Blumenwohnung mit Arbeitsbett ein und gibt er eine Anzeige auf: „Jung und männlich, Massagen und mehr. Erfüllt diverse Wünsche, je nach Bezahlung. Ausschließlich Frauen. Kein Verkehr.“ Der Junge wird zum Therapeuten, um Schmerzen zu lindern, die letztlich tiefer liegende gesellschaftliche Ursachen haben. Der Roman ist letztlich eine Parabel über die verzweifelte Suche nach einem Sinn des Lebens.
Jérôme Meizoz wurde 1967 im Wallis geboren und ist dort aufgewachsen. Er schreibt auf französisch. „Den Jungen machen“ ist sein zweites Buch, das ins Deutsche übersetzt wurde.
Corinna Popp studierte an der Sorbonne in Paris Bühnenkünste und Deutsche Sprachwissenschaft. Heute arbeitet sie als Übersetzerin und als Dramaturgin.
Literaturforum Dresden e.V. in Kooperation mit den Museen der Stadt Dresden.

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Dienstag, 30. April 2019, 19.00 Uhr, Deutsches Hygiene-Museum

  • FACE TO FACE #4: MARIA CECILIA BARBETTA UND NANA EKVTIMISHVILI

ÜBER FERNE KINDHEITEN, PATRIARCHALISCHE STRUKTUREN, REBELLISCHE FRAUEN UND EIN LEBEN IM AUSNAHMEZUSTAND

Maria Cecilia Barbetta, 1972 in Buenos Aires geboren, wuchs im Einwandererviertel Ballester auf, in dem ihr zweiter Roman Nachtleuchten (2018) spielt. Sie besuchte die deutsche Schule in Buenos Aires und zog 1996 nach Berlin, wo sie seitdem lebt und auf Deutsch schreibt. Ihre Romane Änderungsschneiderei Los Milagros (2008) und Nachtleuchten wurden mehrfach ausgezeichnet, letzterer stand 2018 auf der Shortlist für den Deutschen Buchpreis. Der Roman erzählt von der gespenstischen Atmosphäre am Vorabend eines politischen Umsturzes im Stadtviertel Ballester. Hier kämpft jeder auf seine Art für den Aufbruch, die Revolution und eine bessere Zukunft, doch politische Spannungen zerreißen das Land und Gewalt wird zur Normalitätt.

Nana Ekvtimishvili, 1978 in Tbilisi (Georgien) geboren, studierte an der Filmhochschule Babelsberg und drehte mit Simon Groß zwei vielfach preisgekrönte Filme: Die langen hellen Tage (2014) und Meine glückliche Familie (2017). Sie lebt in Berlin und in Tbilisi. Ihr Roman Das Birnenfeld (Georgisch 2015, deutsche Übersetzung 2018), für den sie alle wichtigen Literaturpreise in Georgien bekommen hat, spielt in den 90er Jahren in einem Außenbezirk der Stadt und erzählt von einer zornigen jungen Frau, die sich in einem Internat für geistig beeinträchtigte Kinder zur Beschützerin macht.

In der Reihe Face to Face begegnen sich die Autorinnen und Autoren, diskutieren über ihre Werke, lesen Passagen aus eigenen Texten und setzen sich mit den aktuellen Büchern ihres Gegenübers auseinander. Die literarischen Texte unserer Tandems sind von zahlreichen thematischen Schnittmengen gekennzeichnet: Ein häufig wiederkehrendes Motiv ist die Auseinandersetzung mit der geografischen, sozialen, religiösen und kulturellen Herkunft der Protagonisten – und wie dadurch ihre Gegenwart und Zukunft mitbestimmt wird. So entsteht face to face ein intensiver Dialog über eine neue Literatur aus Deutschland, bei dem die Autorinnen und Autoren des Abends die Fäden selbst in der Hand haben.

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Mittwoch, 10. April 2019, 19.00 Uhr, Deutsches Hygiene-Museum

  • Saša Stanišic: Herkunft

Saša Stanišic stellt sein neues Buch Herkunft vor, in dem er sich mit dem ersten Zufall unseres Lebens befasst: unserer Herkunft. Saša Stanišic, geboren 1978 in Višegrad (Jugoslawien) und für seine Romane Wie der Soldat das Grammofon repariert (2006) und Vor dem Fest (2014) bekannt geworden, lässt in seiner Biografie eine Fülle von Geschichten entstehen und setzt sich mit dem Ort auseinander, an dem ein jeder von uns geboren wird.

Herkunft ist kein Roman, kein Sachbuch und kein Erzählungsband. Was es ist, sagt Stanišic selbst: "Herkunft ist ein Buch über meine Heimaten, in der Erinnerung und der Erfindung. Ein Buch über Sprache, Schwarzarbeit, die Stafette der Jugend und viele Sommer. Den Sommer, als mein Großvater meiner Großmutter beim Tanzen derart auf den Fuß trat, dass ich beinahe nie geboren worden wäre. Den Sommer, als ich fast ertrank. Den Sommer, in dem Angela Merkel die Grenzen öffnen ließ und der dem Sommer ähnlich war, als ich über viele Grenzen nach Deutschland floh. Diese sind auch Herkunft: ein Flößer, ein Bremser, eine Marxismus-Professorin, die Marx vergessen hat. Ein bosnischer Polizist, der gern bestochen werden möchte. Ein Wehrmachtssoldat, der Milch mag. Eine Grundschule für drei Schüler. Ein Nationalismus. Ein Yugo. Ein Tito. Ein Eichendorff. Ein Saša Stanišic."

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Saša Stanišić: Herkunft

Luchterhand 2019
ISBN 978-3-630-87473-9 | € 22.00

AUSWÄRTS

Mittwoch, 3. April 2019, 19.00 Uhr, Deutsches Hygiene-Museum

  • Face to face #3: Deborah Feldman und Simon Strauß

Über die Suche nach einer eigenen Identität und den Umgang mit religiösen Dogmen und Moralvorstellungen

Deborah Feldman, geboren 1986 in New York, wuchs in der chassidischen Satmar-Gemeinde im Stadtteil Williamsburg, New York/Brooklyn auf, in der die strengsten Regeln einer ultraorthodoxen jüdischen Gruppe weltweit herrschen. In ihren beiden autobiografischen Erzählungen Unorthodox (Englisch 2012, deutsche Übersetzung 2016) und Überbitten (2017) schildert sie ihre Befreiung als Frau aus einem Leben in absoluter Unterwerfung, Armut und Ausgrenzung und ihren Aufbruch nach Berlin mit ihrem kleinen Sohn, wo sie heute mit ihm lebt. Deborah Feldman studierte Literatur am Sarah Lawrence College. Ihre Muttersprache ist Jiddisch.

Simon Strauß, geboren 1988 in Berlin, studierte Altertumswissenschaften und Geschichte in Basel, Poitiers und Cambridge. Er lebt heute in Frankfurt und ist Redakteur im Feuilleton der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. In seinem Debütroman Sieben Nächte (2017) erzählt er von einer Woche im Leben eines jungen Mannes, der auf der Suche nach der Intensität des Lebens ist und zum Aufbegehren bereit. Dafür lässt er sich auf ein besonderes Experiment ein. In sieben Nächten will er sieben Todsünden begehen. Er muss gierig, hochmütig, wollüstig sein, sich von einem Hochhaus stürzen, den Glauben und jedes Maß verlieren und bis zum Morgengrauen darüber schreiben.

Die literarischen Texte unserer Tandems sind von zahlreichen thematischen Schnittmengen gekennzeichnet: Ein häufig wiederkehrendes Motiv ist die Auseinandersetzung mit der geografischen, sozialen, religiösen und kulturellen Herkunft der Protagonisten – und wie dadurch ihre Gegenwart und Zukunft mitbestimmt wird. So entsteht face to face ein intensiver Dialog über eine neue Literatur aus Deutschland, bei dem die Autor*innen des Abends die Fäden selbst in der Hand haben.

Buchvorstellung

Dienstag, 19. März 2019, 20.00 Uhr

  • Aus Mangel an Beweisen - Deutsche Lyrik 2008-2018
  • Mit dem Alfred-Kerr-Preisträger Michael Braun und dem Dichter Volker Sielaff

Seit nunmehr 40 Jahren begleitet das Tandem Michael Braun und Hans Thill die Szene der zeitgenössischen Poesie im deutschsprachigen Raum. Drei bahnbrechende Anthologien sind, in der Tradition von Walter Höllerers legendärer Lyriksammlung „Transit“, mittlerweile erschienen. Und jede nahm ein Jahrzehnt ins Blickfeld, versammelte, was es an maßgeblichen Stimmen in diesem Zeitraum gab: „Das verlorene Alphabet“ (1998), „Lied aus reinem Nichts“ (2010) und jetzt „Aus Mangel an Beweisen“ (2019).

„Selten hat man so geballt die ungemeine Vielstimmigkeit der deutsch-sprachigen Dichterszene bestaunen können“, schreibt die „Berliner Zeitung“ über Braun / Thills „Aus Mangel an Beweisen“. „Diese Anthologie konfrontiert das Radikalste und das Konservativste, Avantgarde da, Formstrenge dort“, meinen die Blogger vom gedichteblog.

Michael Braun, einer der beiden namhaften Herausgeber und vielen bekannt als Kritiker von Deutschlandfunk und Neuer Zürcher Zeitung, hochdekoriert mit dem „Alfred Kerr Preis“ für Literaturkritik, stellt das gewichtige Buch nun in Dresden vor. An seiner Seite wird Volker Sielaff eigene und ausgewählte Gedichte aus der Anthologie lesen. Patrick Wilden wird beide in ein Gespräch über die Üppigkeit der modernen Poesie, die Tiefen und Untiefen der Literaturkritik und manches Andere ziehen.

Moderation: Patrick Wilden

Literaturforum Dresden in Zusammenarbeit mit der Buchhandlung LeseZeichen
Der Eintritt zur Veranstaltung ist frei!

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Michael Braun: Aus Mangel an Beweisen

Wunderhorn 2018
ISBN 978-3-88423-601-7 | € 26.00